Kunstwerk des Monats März 2016

Johann Bossard: Kegeljunge, um 1900/1906

polierte Bronze, JB2176

             
                Kegeljunge          

Mit seinem „Kegeljungen“ (auch „Kugelwerfer“ oder „Kugelwerfender Knabe“) traf Johann Bossard den Kunstgeschmack der ausgehenden Wilhelminischen Zeit. Die Kleinplastik ist als Dreieckskomposition angelegt, gewinnt jedoch durch die nach hinten ausholende Körperhaltung des Jungen Dynamik und tiefenräumliche Komplexität. Neben der virtuosen Beherrschung des Akts demonstriert Johann Bossard in dem Werk auch seine Orientierung an der klassischen Antike und an neoklassizistischen Bildhauern wie Adolf von Hildebrand. Hildebrands „Kugelwerfer“ (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Adolf_von_Hildebrand_-_Kugelwerfer.jpg) mag der Ideengeber für Bossards „Kegeljunge“ gewesen sein.

Die erste Ausstellung des „Kegeljungen“ ist 1906 im Berliner Kunstsalon „Keller & Reiner“ belegt, möglicherweise schuf Bossard die Plastik jedoch schon früher. Die Ausstellung markierte Bossards Durchbruch bei den Kritikern und auf dem Kunstmarkt. Insbesondere seine Kleinbronzen wurden sehr positiv aufgenommen und der „Kegeljunge“ besonders gelobt. „Am glücklichsten ist Bossard in seinen kleinen Bronzen, die einen liebenswürdigen Humor zeigen“, hieß es etwa in der „Deutschen Zeitung“. Ein Rezensent der Zeitung Vorwärts erklärte: „Sehr reizvoll sind die lebendig behandelten Kleinplastiken (Kinderstatuetten), die auch in der Farbe oft gut wirken.“ Der Erfolg der Kleinplastiken war vermutlich mit dafür ausschlaggebend, dass Johann Bossard 1907 als Lehrer für Bildhauerei an die Kunstgewerbeschule in Jesteburg berufen wurde.

Das Modell für den Ball spielenden Jungen war Hans Meske, der Sohn von Bertha Wilhelmine und Wilhelm Meske. Der Zeitzeuge Harald Wohlthat berichtet, dass Johann Bossard während seiner Studienjahre in Berlin bei dem Ehepaar Meske wohnte. Nachdem er sein Heidegrundstück in Jesteburg erworben hatte, waren Mitglieder der Familie häufig und lange zu Gast bei Bossard in der Heide. Hans Meske half beim Pflanzen der umlaufenden Fichtenreihe um das  Grundstück geholfen und legte 1913/14 den Gemüsegarten, einen kleinen Obstbaumgarten sowie den Steingarten an. Er fiel 1915 an der Westfront; sein Name ist auf der Gefallenentafel in der St. Martinskirche in Jesteburg verzeichnet.
 
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