Jutta Bossard Krull

Jutta Bossard an der Drehscheibe, o.J. (um / nach 1921)

Carla Augusta Elsine Dorothea Krull (1903-1996), kurz Jutta genannt, wurde in Buxtehude geboren. Sie war das sechste und letzte Kind in der Lehrerfamilie Ernst Krull.

 

Von 1922 bis 1926 hatte sie Keramik und Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule in Hamburg studiert. 1926, nach Abschluss des Studiums, heiratete sie ihren Lehrer Johann Michael Bossard.

 

Seitdem arbeiteten beide gemeinsam an dem Gesamtkunstwerk „Kunststätte Bossard“. Jutta Bossard übernahm viele der plastischen Arbeiten, etwa im Eddasaal, und schuf Keramiken. Außerdem bemalte sie Porzellan, das im Sinne der angestrebten Durchdringung von Kunst und Leben im Alltag Verwendung fand. Sie arbeitete aber auch zusammen mit ihrem Mann nach dessen Entwürfen (z.B. Mosaikfußboden im Kunsttempel) und wirkte mit ihren praktischen und handwerklichen Fähigkeiten am Ausbau der Kunststätte Bossard mit.

 

Viele Fragen zur Geisteshaltung des Künstlerehepaars Bossard sind noch heute ungeklärt. Im Sommer 2021 beauftragte die Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin mit der objektiven und wissenschaftlich fundierten Aufarbeitung der Rolle des Ehepaares Johann und Jutta Bossard zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Das Forschungsvorhaben wird sich über mehrere Jahre erstrecken. Die Ergebnisse und Zwischenergebnisse dieser Forschung werden regelmäßig im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Reden wir über Bossard“ an der Kunststätte Bossard vermittelt.

 

Nach dem Tod ihres Mannes setzte Jutta Bossard ihre ganze Energie für den Erhalt der Kunststätte ein. Mit Auftragsarbeiten versuchte sie die notwendigsten Instandsetzungsarbeiten zu finanzieren. Für ihr Engagement wurde Jutta Bossard 1977 mit dem Kulturpreis des Landkreises Harburg ausgezeichnet. Im November 1995 gingen das Grundstück, die Gebäude und die Kunstwerke in die „Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard“ über. Damit sicherte Jutta Bossard den Erhalt der Anlage über ihren Tod im Jahr 1996 hinaus. Seitdem ist das Gesamtkunstwerk als Museum für Besucher zugänglich.

 

Ebenso wie Johann Bossard und Wilma Krull findet sich auch das Urnengrab von Jutta Bossard auf dem Grundstück, am Ende der Monolithenallee.