Johann Bossard: Märchenzimmer

Johann Bossard: Märchenzimmer

Zahlreiche Kinder belebten in den Sommermonaten immer wieder das Gelände der Kunststätte. Es wurde zusammen Indianer gespielt, sich um die Tiere gekümmert oder anderweitig das schöne Wetter genutzt.

Auch wenn die meiste Zeit draußen verbracht wurde, wollte man nachts doch ein Dach über dem Kopf haben. Zu diesem Zweck gab es im Wohn- und Atelierhaus zwei Gästezimmer, die von Bossard künstlerisch ausgestaltet wurden. Über den Blauen Flur, in der zweiten Etage, gelangt man in das Gelbe Zimmer oder das Märchenzimmer. Beide Räume wirken im Vergleich zu den anderen ausgestalteten Räumen sehr hell, da hier nicht die Fenster bemalt wurden und somit das Licht ungehindert durch die Fenster fällt. Zusätzlich hat man von beiden Zimmern einen schönen Ausblick auf die Heidelandschaft.

Blautöne sowie grafisch abstrakte Ornamente dominieren das Märchenzimmer. Zusätzlich malte Bossard stilisierte Architekturdarstellungen. An der Decke ist zum Beispiel  ein stilisierter Himmel mit Engeln zu sehen. Seinen Namen hat das Märchenzimmer durch einen Märchenfries im oberen Bereich der Ost- und Westwand. König Drosselbart, Schneewittchen, das tapfere Schneiderlein oder der Goldesel sind nur einige der dargestellten Figuren.

Die gemütliche Einrichtung mit Alkoven, Einbauschränken und fest integrierten Waschtischen machen die Zimmer noch attraktiver und erinnern an ein bäuerlich eingerichtetes Haus. Die in unterschiedlichen Techniken ausgeführten Textilien wurden für die Räume entworfen und teilweise selbst gefertigt. Die kunstvoll gestickte Decke auf dem Alkovenbett des Märchenzimmers stammt zum Beispiel von Jutta Bossard.

Wenn keine Gäste zu Besuch waren, lebte Wilma Krull im Märchenzimmer. Sie wich im Sommer dann häufig auf das Gondelchen aus, einen kleinen Raum neben dem Erossaal.

Wer das Märchenzimmer live erleben möchte, kann sich zu einer Hausbesichtigung anmelden, die bis Ende Oktober an jedem Öffnungstag um 14 Uhr stattfindet.