Mützen für die Skulpturen

November 2022 - Wie alle historischen Gartenanlagen und künstlerisch gestalteteten Parkanlagen bereiten wir uns auf den Winter vor. Unsere insgesamt 26 Skulpturen im Außenbereich der Kunststätte werden mit einer flexiblen Einhausung versehen, um Frostschäden zu vermeiden.

 

Die Einzelexponate, die Johann und Jutta Bossard von 1918 bis 1932 fertigten, erhalten ihre Schutzhülle indivduell angepasst. So garantieren wir, dass unter der Einhausung weiterhin eine Luftzirkulation stattfinden kann, kein Nässerückstau entsteht und die Skulpturen trocken gehalten werden.

 

Vor der Verhüllung erfahren die individuellen Sockel, auf denen die Bronzefiguren, Arbeiten aus glasierter und unglasierter Keramik, Zementguss und Naturstein präsentiert werden, eine Kontrolle, Reinigung und teilweise Fixierung der Figuren durch die Restauratorin. Diese Sicherheitsmaßnahme gehört zu den jährlichen Routinen an der Kunststätte noch vor dem ersten Frost. Die Einhausung der Skulpturen wird je nach Witterung bis Ende März bestehen bleiben.

Eine Schenkung für die Kunststätte

Große Freude beim Team der Kunststätte Bossard. Die Enkelkinder und Erben des Bildhauers Carl Schümann haben jetzt eine Schenkung an die Stiftung Johann und Jutta Bossard übergeben. 12 Objekte aus dem Nachlass des Künstlers gehen in den Besitz der Kunststätte über und sind bereits im Schaumagazin in Jesteburg eingelagert.

 

Carl Schümann war in den Jahren 1926 bis 1930 Schüler von Johann Michael Bossard. Aus seinem umfangreichen Werk haben die Leiterin der Kunststätte Bossard, Heike Duisberg-Schleier, und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Katharina Groth eine Auswahl getroffen, die sowohl in die Sammlung der Kunststätte passt, als auch die Verbindung zwischen Schüler und Lehrer repräsentieren. Zu den gewählten Kunstwerken gehört zum Bespiel das Holzrelief „Die menschliche Komödie des 20. Jahrhunderts“ (um 1950), das aus einem Quer- und sieben Senkrechtreliefs besteht und eine Gesamtgröße von 3 x 1,50 Meter misst, aber auch Keramiken, im Stil der Bossards.

 

Viele der Werke standen jahrzehntelang im privaten Haushalt des Künstlers. Für den Transport nach Jesteburg wurden sie sorgsam verpackt und hatten nach dem Umzug einige Tage Zeit, sich an die Raumklimabedingungen im Schaumagazin in Jesteburg zu gewöhnen. Gerade bei Holzobjekten ist dies eine wichtige Vorsichtsmaßnahme.

 

Die Restauratorin der Kunststätte Bossard, Stefanie Nagel, prüft aktuell die Objekte auf ihren Erhaltungszustand, reinigt sie von Staub, Putzmitteln und Präparaten für Oberflächenglanz, inventarisiert die Objekte und konserviert die Stücke für die weitere Lagerung im Schaumagazin.

 

Im Rahmen von Führungen können die Kunstwerke von Carl Schümann künftig auch Besuchern gezeigt werden. Als Zukunftsprojekt plant Katharina Groth eine Überblicksausstellung mit Arbeiten von Carl Schümann und anderen Bossard Schülern.